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 | |  |  | | Beschreibung |  | Als letzten Test vor der Übergabe der Software an den Kunden wird ein sog. Abnahmetest durchgeführt. Der Abnahmetest betrachtet wiederum das System als Ganzes, ist also per Definition auch ein Systemtest. Der Unterschied zum in der vorangegangenen Testphase durchgeführten Systemtest ist jedoch, dass nun das System gegen die eigentlichen Benutzeranforderungen validiert wird, und nicht gegen die Anforderungen, welche die Entwickler zur Erstellung der Software bekommen hatten. Deswegen ist der Abnahmetest ein Test aus Kunden- bzw. Benutzersicht, was sich auch darin zeigt, dass der Test beim Auftraggeber in seiner Abnahmeumgebung, und nicht beim Hersteller der Software, durchgeführt wird. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch, dass es generell nicht ratsam ist, den Abnahmetest in der Produktivumgebung des Kunden ablaufen zu lassen, da auftretende Fehlerwirkungen u.U. Schäden an der Kundenumgebung verursachen könnten.Der Abnahmetest wird nach [Basiswissen Softwaretest, Spillner] in zwei Aspekte unterschieden:
- Test auf vertragliche Akzeptanz
- Test auf Benutzerakzeptanz
Beim Test auf vertragliche Akzeptanz prüft der Kunde, ob die vorliegende Software den Vertrag bzgl. den dort vereinbarten Systemeigenschaften erfüllt. Es wird also die Software auf Mängel aus Kundensicht untersucht. Um hier eine definierte Entscheidungsbasis zu haben, müssen die Abnahmekriterien zuvor klar und präzise im Vertrag definiert worden sein.
Bevor der Hersteller die fertige Software dem Kunden zur Abnahme vorlegt, sollte allerdings der Systemtest im eigenen Haus schon gezeigt haben, dass die Abnahmekriterien durch das System überhaupt erfüllt werden können. Dennoch kann es durchaus passieren, dass beim Hersteller erfolgreich durchgeführte Tests in der Kundenumgebung scheitern, was letztlich zeigt, dass der Systemtest den Abnahmetest nicht ersetzen darf.
Ein eigener Test auf Benutzerakzeptanz ist dann sinnvoll, wenn der Anwender der Software nicht gleich der Kunde ist. Bei diesem Test wird das System durch seine späteren Anwender, und nicht nur durch den Auftraggeber, in Hinblick auf die Erfüllung ihrer Erwartungen (z.B. bzgl. Benutzerfreundlichkeit) getestet. Wird das System durch unterschiedliche Benutzergruppen verwendet, so sollte jede Gruppe durch einen eigenen Akzeptanztest repräsentiert sein, um so möglichst viele verschiedene Nutzungsszenarien abzudecken.
Zu erwähnen ist auch, dass in Hinblick auf den Test auf Benutzerakzeptanz die Erstellung von Prototypen in den frühen Projektphasen, z.B. nach der Anforderungsanalyse, sinnvoll ist, um Problemen während des Akzeptanztests vorzubeugen und so gegen Projektende keine bösen Überraschungen zu erleben.
Eine Nuance des Abnahmetests ist der sog. Feldtest. Bei diesem wird eine Vorabversion der Software als sog. Beta-Release ausgewählten Kunden zur Verfügung gestellt, die dann das Produkt bei sich versuchsweise einsetzen, und schließlich Feedback bzgl. aufgetretener Fehlerwirkungen und deren Vorbedingungen an den Hersteller zurückliefern. Dieses Vorgehen ist für den Hersteller dann besonders interessant, wenn die Verschiedenheit der möglichen Einsatzumgebungen, mit denen die Software im realen Betrieb konfrontiert sein wird, nur schwer abgeschätzt werden kann, oder wenn aufgrund der Anzahl der möglichen Einsatzumgebungen ein Test mit diesen verschiedenen Konfigurationen im Hause des Herstellers aus Kostengründen nicht möglich ist. In jedem Fall sollte jedoch ein ausgiebiger Systemtest durchgeführt werden, bevor die Software zum Feldtest an die Kunden ausgegeben wird.
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