Die externe Validierung ist der Prozess der Sicherstellung, dass die aus einem Maß abgeleitete Aussage verallgemeinert werden kann.
Im Gegensatz zur internen Validierung wird das Maß innerhalb dieses Prozesses tatsächlich auf Gegenstände angewandt. Der Unterschied zur reinen Anwendung von Maßen besteht im geringeren Vertrauen in die gewonnenen Daten bzw. der daraus ableitbaren Schlussfolgerungen. Mit Messungen wird oft die Hoffnung verbunden, aus früh messbaren Ausprägungen interner Merkmale spätere externe Erscheinungen vorhersagen zu können. Aufgrund dieser Verwendung von Maßen zum Zwecke der Vorhersage wird die externe Validierung auch als Validierung von Vorhersagemodellen bezeichnet [A Framework of Software Measurement]. Ein solches Vorhersagemodell ist das Ergebnis einer erfolgreichen externen Validierung.
Das Aufstellen und Prüfen eines Vorhersagemodells erfolgt innerhalb eines angepassten Qualitätsmodells. Es ist die Aufgabe der externen Validierung, die Korrelation zwischen konkreten Messgrößen und übergeordneten Qualitätsmerkmalen innerhalb des Qualitätsmodells nachzuweisen. Damit ist klar, dass die Ergebnisse der externen Validierung unzuverlässig sind, insofern dass sie jeweils nur innerhalb eines bestimmten Kontextes gelten können.
Beispiel: Die Messung der Kopplung zwischen Klassen erfolgt in der Hoffnung, Aussagen über deren Wartbarkeit zu machen. Werden bereits frühzeitig hohe Kopplungen gemessen, schließt man daraus auf schlechte Wartbarkeit und dementsprechend hohe Folgekosten während der Wartungsphase. Die frühzeitige Vermessung eines Strukturmerkmals dient dem übergeordneten Ziel die Entwicklungskosten zu kontrollieren.
Voraussetzung für die externe Validierung ist zunächst, dass die untersuchte Abbildung tatsächlich ein Maß darstellt. Man muss sich zunächst sicher sein, dass ein Maß das beabsichtigte Merkmal auf geeignete Weise charakterisiert, bevor überhaupt praktische Untersuchungen angestellt werden. Die erfolgreiche interne Validierung ist somit eine Vorbedingung.
Eine wesentliche Forderung der externen Validierung ist ein zuvor bestimmtes Vorhersagemodell. Es formuliert einen Zusammenhang zwischen dem zu validierenden unabhängigen Maß M und einem zweiten davon abhängigen Maß N. Der Zusammenhang muss auf einem begründeten Verdacht beruhen, der sich aus dem Anwendungskontext ergibt. Das Vorhersagemodell beschreibt demnach eine Schlussfolgerung ausgehend von den Messwerten des Maßes M auf die zu erwartenden Messwerte des Maßes N. Zunächst ist diese Schlussfolgerung nur eine Hypothese, wird sie im Verlaufe des Validierungsprozesses jedoch bestätigt, gilt das Maß hinsichtlich dieser Schlussfolgerung als extern validiert.
Im einzelnen sind folgende Schritte zu vollziehen:
1. Hypothese aufstellen: Es wird eine Hypothese über einen funktionalen Zusammenhang zwischen dem neuen Maß M und dem als verlässlich angenommenen Maß N aufgestellt.
2. Datenerfassung: Bestehende Untersuchungsgegenstände, mit denen bereits Erfahrung bezüglich der untersuchten Merkmale existiert, werden vermessen. Messwerte für das Maß M als auch das Maß N werden erfasst.
3. Datenanalyse: Anwendung geeigneter statistischer Methoden, um (1) Parameter, die in der Hypothese auftreten, zu bestimmen und (2) die Allgemeingültigkeit der Hypothese zu prüfen.