Eintrag kommentierenErfahrung zum Thema berichtenEintrag bewerten
Dieser Eintrag wurde im Schnitt mit 0 von 5 Punkten bewertet
Verfahren
Contextual Interview - Interview im Kontext
Methode/Technik:12104
Externe Quellen zum Thema NEU: Externe Quellen zum Thema suchen 
Beschreibung
Das Contextual Interview findet durch die aktive Teilnahme des Designers am gesamte Arbeitsprozess des Kunden statt (es handelt sich also nicht um ein Interview im herkömmlichen Sinne).
Die Designer erfahren über die Arbeit der Kunden nach Art einer Meister-Lehrlings-Beziehung. Die Meister sind hier die Kunden, von ihnen sollen die Designer lernen. Es geht darum, den Kern der Arbeit, die Aufgaben und Abläufe genau zu verstehen, zu entdecken, was wichtig ist und Einzelheiten zu erkennen. Die Kunden, deren Arbeit dadurch unterstützt und verbessert werden soll, werden hierbei als Experten ihrer Arbeit gesehen.

Ein übliches Contextual Interview dauert mindestens zwei bis drei Stunden und dient dazu, die notwendigen Daten über den Arbeitskontext zu erheben. Die Kunden werden an ihrem Arbeitsplatz besucht und erhalten eine kurze Einleitung.
Die Designer lernen dann über den Arbeitskontext, indem sie die Betroffenen bei ihrer Arbeit begleiten, beobachten und immer wieder nachfragen, um Prozesse besser zu verstehen, Interpretationsspielräume so klein wie möglich zu halten - und so die Arbeitsprozesse letztlich verbessern zu können.
Dies ist die typische und in der Regel ausreichende Form der Datensammlung im Contextual Design (Klassisch wird auch von "Contextual Inquiry" als Oberbegriff für das Sammeln von Daten gesprochen, was dann noch weitergehende Praktiken beinhaltet.).

Während die Kunden die Arbeit durchführen, lassen sich die Designer also erklären, was diese gerade genau tun, wozu sie es machen usw. Jede Gelegenheit, jedes Ereignis sollte zum Nachfragen genutzt werden, damit der Arbeitskontext möglichst genau erschlossen werden kann.
Beobachtet werden soll, welches Material, welche Gegenstände und Formulare verwendet werden. Auch diese Arbeitsmittel und Arbeitsgegenstände können Aufhänger für weitere Fragen bieten. Wichtig ist, sich immer konkrete Dinge zeigen und konkrete Abläufe vormachen zu lassen. Durch Wiederholungen können Strukturen, aber auch Ausnahmen entdeckt werden.

Das Gespräch sollte entlang der Arbeitsaufgaben und Arbeitsabläufe und nicht schon vorher anhand eines dezidierten Interviewleitfadens oder Ähnlichem strukturiert werden. Die Designer haben natürlich einen gewissen Fokus auf Prozesse, die für den Designprozess von Bedeutung sind. Daher stellen sie Fragen in diesem Sinne spontan an die jeweilige Situation angepasst, und lenken die Interaktion mit dem Kunden somit auf die wesentlichen Arbeitsbereiche.

Weiter zu: Arbeitsmodelle des Contextual Design
Externe Quellen zum Thema NEU: Externe Quellen zum Thema suchen 
 Eintrag kommentieren 
 Eintrag bewerten 
 Erfahrung zum Thema berichten 
Zu dieser Seite wurden noch keine Kommentare oder Bewertungen abgegeben.
 
Zum Seitenanfang Top Drucken Impressum AGB
Home

VSEK ©2001-2012