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Verfahren
Arbeitsmodelle des Contextual Design
Methode/Technik:12105
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Beschreibung
Die durch Contextual Interviews gewonnenen Daten sind meist so umfassend und komplex in ihren Einzelheiten und Bezügen, dass dazu fünf Modelle entwickelt wurden.
Diese Arbeitsmodelle dienen dazu, aus den Interviews Muster, Regelmäßigkeiten und Strukturen herauszuarbeiten.
In Diagrammen werden diese Arbeitsmodelle dann abgebildet und die konkreten Arbeitsabläufe so für den folgenden Designprozess in Kategorien anschaulich gemacht.

  • Flussmodell
    Das Flussmodell stellt die für die Arbeit notwendigen Kommunikations- und Koordinationswege der einzelnen Personen im Arbeitskontext dar. Dabei werden auch die Themen, Rollen, Hierarchien und Verantwortlichkeiten im (organisierten) Arbeitsablauf abgebildet, sowie - wenn möglich - informelle Strukturen und Kooperationszusammenhänge aufgedeckt. Es ergibt sich ein diversifiziertes Bild des Arbeitskontextes und der Organisation. Flussmodelle werden vor allem durch Flip-Charts/Organigramme dargestellt, d.h. beschriftete Kreise, Rechtecke und Ellipsen werden durch Pfeile miteinander in Beziehung gesetzt.
  • Sequenzmodell
    Mittels des Sequenzmodells werden konkrete Arbeitsschritte oder definierte Aufgaben detailliert dargestellt. Zu diesem Zweck werden die Arbeitsschritte/Aufgaben beispielsweise in ihrer Abfolge untereinander beschrieben, besondere Vorkommnisse mit Symbolen gekennzeichnet und am Rand eingeteilt/kommentiert. Das Handeln der Personen, ihre Interaktionen, aber auch Fehler sollen auf diese Weise deutlich werden. So kann identifiziert werden, was auf welche Weise verändert oder unterstützt werden muss.
  • Artefaktmodell
    Im Artefaktmodell werden von den Kunden genutzte Artefakte, d.h. Arbeitsmittel aller Art, in ihrer Funktionsweise dargestellt. Wie wird die Arbeit von den Betroffenen organisiert und strukturiert? Beispielsweise können anhand eines Terminkalenders Strukturen, Abläufe und Ähnliches dargestellt werden. Die benutzten, unterschiedlichen Artefakte werden dann in Gruppen nach diversen Kategorien eingeteilt (z.B. asynchrone/synchrone Nutzung, persönliche/geteilte Arbeitsmittel, Zugriffsrechte etc.). Dann wird beschrieben, wie sie benutzt werden, was ihre genaue Funktion ist. Schließlich werden Artefaktmodelle und Sequenzmodelle aufeinander bezogen und dadurch konkrete Designanforderungen herausgearbeitet.
  • Kulturmodell
    Das Kulturmodell visualisiert Einflüsse oder Hemmnisse auf den Arbeitskontext, die durch Politik, Arbeitskultur und Werte innerhalb der Organisation gegeben sind. Dazu gehört auch das Arbeitsklima, die Unternehmenspolitik nach Innen und Außen, wie auch das Selbstbild und potentielle Ängste der Menschen in der Organisation. Es soll damit bestimmt werden, was für die Einzelnen wichtig ist und ihre Arbeit auf welche Weise beeinflusst. In der Darstellung wird hier häufig mit überlappenden Kreisen (mit Beschriftung und Symbolen) in verschiedenen Komplexitätsstufen gearbeitet um Einflüsse und Beziehungen aufzuzeigen.
  • Physikalisches Modell
    Das physikalische Modell dient dazu, materielle Gegebenheiten darzustellen. Visualisiert werden Plätze, Räume, Relationen, Abstände, Höhen, Entfernungen, Anordnungen, Artefakte etc. - jedoch nur als materielle Gegebenheiten, nicht in ihrer Funktionalität. Das wird in Zeichnungen, Skizzen und Raumplänen verdeutlicht. Physische Gegebenheiten können ebenfalls unterstützend oder hemmend wirken, daher ist es wichtig, sie zu kennen.
Interpretationssitzungen
Zur Bewertung der gewonnenen Erkenntnisse und Anforderungen dienen meist mehrere Interpretationssitzungen des Design-Teams - je nach Notwendigkeit - vor, während und nach der Erstellung der Arbeitsmodelle. Dort bringt auf Basis der Daten aus den Interviews und schließlich auf Basis der Arbeitsmodelle jede Person ihre eigene Perspektive auf den Sachverhalt und mögliche Designanforderungen ein. Dadurch entsteht eine gemeinsame Sicht- und Herangehensweise für den Designprozess.


Weiter zu: Contextual Design: Diagramme, Ablaufpläne, Prototypen-Interviews
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