Die Familie der ISO-Standards 14598 betrachtet die Produktanalyse auf verschiedenen Ebenen einer Organisation:
Auf Management-Ebene wird die Produktanalyse geplant und koordiniert [ISO:14598-2] sowie durch Dokumentation ergänzt [ISO:14598-6].
Auf Ausführungsebene in verschiedenen Situationen:
aus Sicht der Entwickler von Software [ISO:14598-3]
aus Sicht von potentiellen Käufern von Software [ISO:14598-4]
aus Sicht eines unabhängigen Bewerters [ISO:14598-5].
Der Standard ist allgemein als Anleitung für die Qualitätsbewertung fertiger und halbfertiger Produkte geeignet.
Das hier beschriebene Verfahren konzentriert sich ausschließlich auf die interne Qualität. Dieses Anliegen fällt somit mit dem Teil drei [ISO:14598-3] des Standards zusammen.
Die Idee liegt darin, folgend der skizzierten Kausalkette von Qualitätsbegriffen durch eine Sicherung der internen Produktqualität letztlich die Nutzungsqualität erhöhen zu können.
Die beschriebenen Methoden und Techniken ordnen sich im Produktlebenszyklus damit in die Phasen der Implementierung, des Testens und der Wartung ein. Sie sind keine Methoden für das Testen im Sinne der Absicherung geforderter Funktionalität, sondern zusätzliche qualitätssichernde Maßnahmen. Beim Testen wird die Software in der Regel ausgeführt, beim hier beschriebenen Verfahren nicht. Ziel ist auch nicht die Aufdeckung von funktionalen Fehlern, sondern die zielgerichtete, effiziente Identifikation von Qualitätsanomalien im Sinne einer schlechten inneren Struktur der Software, welche das Programmverstehen und damit allgemein die Wartung behindern.
Das Verfahren erhebt nicht den Anspruch, eine völlig fehlerfreie Einschätzung der Qualität eines Software-Produkts zu liefern. Vielmehr hat es durch die Generierung manuell nachzuprüfender Aussagen einen vorbereitenden Charakter, der vor allem bei großen Software-Systemen zum Zuge kommt (siehe auch: Ziele, Voraussetzungen und Randbedingungen der metrikbasierten Qualitätsanalyse).
Schließlich sollte nicht erwartet werden, mit dem Verfahren einen im Software-Prozess völlig automatisierten Qualitätssicherungsstand aufbauen zu können, bei dem abgelieferte (Zwischen-)Produkte lediglich gegen starre Grenzwerte geprüft werden. Nachhaltige Qualitätssicherung erfordert nach wie vor menschliches Urteilsvermögen, lebendige Kommunikation sowie am besten ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Qualitätssicherungs- und Entwicklungsabteilungen.