Die Entwicklung von Software-Produkten findet heute nicht mehr allein mit dem Anspruch statt, bestimmte vom Kunden vorgegebene Funktionalitäten zu erfüllen. Anstelle des einfachen Bereitstellens einer Lösung kommt es zunehmend auf die Qualität der Lösung an. Aspekte wie Zukunftssicherheit, Skalierbarkeit und Erweiterbarkeit sind allgegenwärtige Forderungen an Software-Produkte, die auch im Zusammenhang mit der Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszeitraum in Zusammenhang stehen.
Unter dem Begriff Software-Produkt wird nicht nur das fertige Endprodukt eines Entwicklungsprozesses, nämlich das operable System, angesehen, sondern auch alle zwischenzeitlich erstellten Dokumente, Testberichte, Entwürfe, Prototypen usw. Im Verlauf eines Software-Entwicklungsprozesses besteht der Wunsch, Aussagen über den Qualitätsstand eines (Teil)-Produkts treffen zu können oder verschiedene Produkte hinsichtlich ihrer Qualität vergleichen zu können.
Mit einer metrikbasierten Qualitätsanalyse kann die Qualität eines Software-Produkts objektiv gemessen und dargestellt werden. Dies ist notwendig, weil ohne explizite Messung oftmals gar keine Vorstellung weder über spezifische Qualitätsziele noch über den gegenwärtigen Stand der Erreichung solcher Ziele vorhanden ist.
Der Begriff Qualität wird in DIN 55350, Teil 11 folgendermaßen definiert:
"Qualität ist die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produkts oder einer Tätigkeit, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung gegebener Erfordernisse bezieht."
Es handelt sich somit um keinen universellen Begriff. Qualität ist stets von der Perspektive abhängig, die durch einen Benutzer und seine individuellen Anforderungen in einer bestimmten Situation geprägt ist. Ein Produkt kann für einen Benutzer in einer bestimmten Anwendungssituation eine hohe Qualität aufweisen, in einer anderen Situation aber nicht.
Das Thema Qualitätsanalyse ist wie folgt gegliedert:
Entropiegesetz und Qualitätsbegriffe führt zunächst eine Begriffsbestimmung durch, beschreibt, warum Qualität aktiv forciert werden muss und auf welchen Annahmen die Qualitätssicherung beruht.
Der Abschnitt Anwendungsfälle beschreibt typische Anwendungsfälle, die den Einsatz des Verfahrens motivieren können.