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Verfahren
Ereignisbaumanalyse (ETA)
Methode/Technik:15245
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Beschreibung
Bei der Ereignisbaumanalyse (Event Tree Analysis, ETA) handelt es sich um eine induktive Methode zur Entwicklung der möglichen Folgen eines auslösenden Events, zum Beispiel eines Fehlers. Die Folgen eines solchen Events können einerseits entschärft werden, andererseits aber auch verschlimmert werden, indem sie unmittelbar nach ihrem Auftreten von Systemkomponenten verarbeitet werden.
Der ETA liegen sog. Markov Ketten zugrunde, wie folgendem Baustein ETA: Markvo Ketten Beispiel exemplarisch dargestellt.



Abbildung 1: Beispiel eines Ereignisbaums


Abbildung 1 stellt den Ereignisbaum dar, der vom auslösenden Event "High Pressure" im Behälter eines chemischen Reaktors ausgehen könnte. Notfallsysteme sind zwar darauf ausgelegt, solche Events abzufangen, allerdings können sie auf verschiedene Weisen versagen und unter Umständen könnte der Behälter mit dramatischen Konsequenzen explodieren. Der Ereignisbaum in der Abbildung zeigt, dass das Notfallsystem ausgelöst wird, sobald der Sicherheitssensor einen Überdruck im Behälter erkennt. Wenn das für den Notfall zuständige System funktioniert, ist bei jeder Verzweigung der obere Pfad zutreffend (d.h. Y = Yes), anderenfalls wird der untere Pfad gewählt (N = No).

Wenn man in diesem Beispiel jeweils dem oberen Pfad folgt, kann man erkennen, dass der auslösende Event vollständig abgefangen und die Sicherheit aufrechterhalten wird (obwohl die Anlage darauf nicht mehr verfügbar ist). Folgt man diesem Pfad, so erkennt man, dass der Zustrom abgestellt wird (um eine weitere Erhöhung des Reagens im Reaktor zu verhindern), der Abfluss wird auf das Maximum erhöht (um die Verringerung des Druckes zu beschleunigen) und die Warnlampe leuchtet (um dem Operator den Ausnahmezustand zu signalisieren).

Wenn eines der Systeme nicht funktioniert, folgen wir dem unteren Pfad. Das schlimmstmögliche Ergebnis erfolgt, wenn weder der Zufluss abgestellt noch der Abfluss auf das Maximum erhöht und das Sicherheitsventil nicht geöffnet wird (dort existieren zwei Pfade, die in der Abbildung hervorgehoben sind). Zwischen diesen beiden Extremen gibt es eine Grauzone, die die Fälle repräsentiert, in denen einige der Sicherheitssysteme funktionieren und andere versagen. Die übrigen Pfade repräsentieren diese Ergebnisse.

Wenn die Wahrscheinlichkeiten des Eintretens entschärfender Ereignisse bekannt sind, kann man die Wahrscheinlichkeit jedes Pfades berechnen. Eine detaillierte Auswertung der quantitativen Wahrscheinlichkeiten von Event Tree Pfaden wird in [NUREG 2300, 1983] dargestellt. Außerdem können entschärfende Events in Event Trees funktionale Fehler, Systemfehler-Modi oder Komponentenfehler-Modi repräsentieren. Daher kann die ETA in jeder Phase des Entwicklungsprozesses, also in der funktionalen, der architektonischen und der Komponentenebene eingesetzt werden, also im gesamten Lebenszyklus des System. Der Event Tree ist ein Graph und die Wahrscheinlichkeit eines jeden darin enthaltenen Pfades kann berechnet werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind. Ein Event Tree kann durch eine Liste seiner Pfade repräsentiert werden, daher kann man das Ergebnis einer ETA auch als textuell (oder tabellarisch) bezeichnen.

Zusammenfassend ist das Ziel der ETA sowohl eine qualitative Analyse als auch eine quantitative Bewertung. Event Trees beschreiben den Weg von bekannten Ursachen zu unbekannten Auswirkungen und sind demzufolge induktiv. Sie können in jeder Phase des Entwicklungsprozesses eingesetzt werden, d.h. im gesamten Lebenszyklus des Systems. Die Ausgabe des ETA ist sowohl graphisch als auch textuell, obwohl die Verwendung der graphischen Darstellung üblicher ist.

Zurück zum Baustein: Sicherheitsanalyse.
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