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Verfahren
Adaptivität-Einstieg
Methode/Technik:15799
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Beschreibung
Adaptivität beinhaltet Adaptionen von Systemeigenschaften an den Benutzer und die Benutzungssituation auf Initiative des Systems. Der Begriff Adaption wird hier gleichbedeutend mit Anpassung verwendet. Komplementär zu Adaptivität ist Adaptierbarkeit oder Anpassbarkeit; hierbei geht es um eine Adaption von Systemeigenschaften an den Benutzer und die Benutzungssituation auf Initiative des Benutzers. In mancher Terminologie steht Adaptivität auch als Oberbegriff über beiden Formen der Adaption, der automatischen und der benutzerseitigen Adaption.

Prinzipiell sind die Voraussetzungen für den Einsatz von Software, die sich eigeninitiativ an Benutzer und Benutzungssituationen anpassen kann, immer gegeben. Kein Software-System wird jemals allen Präferenzen, Fähigkeiten und sonstigen Nutzungsvoraussetzungen eines einzelnen Benutzers vollständig entsprechen können. Von praktischer Relevanz wird Adaptivität aber besonders dann, wenn Software nicht auf eine bezüglich ihrer Nutzungsvoraus- setzungen gut eingrenzbare Benutzergruppe hin entwickelt oder im Voraus angepasst werden kann, sondern sich an einen breiten Benutzerkreis mit unterschiedlichen und schwer voraussehbaren Vorkenntnissen und möglicherweise sich sogar widersprechenden Erwartungen richtet. Hier kann Adaptivität dazu beitragen, die Akzeptanz und Zufriedenheit zu erhöhen und Aufgaben effizienter zu erledigen.

Eine derartig positive Entwicklung wird sich aber nur einstellen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind: Die vorgenommen Adaptionen müssen transparent sein und sie müssen treffgenau sein, d.h. beim Benutzer das Gefühl hinterlassen, seine Nutzungssituation zu verbessern. Veränderungen des Systemverhaltens, die hinsichtlich des Zeitpunkts ihres Vollzuges, ihrer Begründbarkeit und ihrer Wirkung nicht durchschaut werden, führen zu Irritationen und Problemen. Auch wenn derartige Probleme nur bei einzelnen Adaptionen auftreten, können sie schnell das Konzept der Adaptivität insgesamt in Misskredit bringen.

Der Adaptivitätsprozess kann in drei Funktionen unterteilt werden. Die erste Funktion bezieht sich auf die Ermittlung von Indikatoren für eine Adaption. Hier wird das Interaktions- verhalten des Benutzers beobachtet, indem Interaktions- merkmale bezüglich ausgeführter Interaktionen protokolliert werden. Diese Funktion nennen wir die afferente Funktion der Adaptivität. Die zweite Funktion der Adaptivität umfasst alle Auswertungs- und Schlussfolgerungsverfahren eines adaptiven Systems. Die Indikatorwerte werden analysiert, um aus der Benutzerinteraktion begründete Schlüsse auf die Systemadaptionen zu ziehen. Diese Funktion nennen wir die inferente Funktion der Adaptivität. Die dritte Funktion der Adaptivität, die wir efferente Funktion nennen, realisiert die Schlussfolgerungen in Form von Adaptionen von System- eigenschaften, d. h. zusätzliche oder reduzierte Funktionen, geänderte Funktionsfolgen und Präsentationen. Hier geht es also um die Umsetzung der ermittelten Adaptionen in einem geänderten Systemverhalten oder einer geänderten Systemerscheinung.

Auf die genannten drei genannten Funktionen wird im Kapitel 'Methodik Adaptiver Systeme' detailliert eingegangen. Danach wird abschließend die Architektur adaptiver Systeme in Form eines von spezifischen Lösungen abstrahierenden, funktiona- len Mehrschichtenmodells vorgestellt. Weiterhin gibt es zu dem Thema eine Reihe genereller und für ein Grundverständ- nis von Adaptivität wichtiger Merkmale, die im einleitenden Kapitel 'Grundlegende Merkmale der Adaptivität' beschrieben werden.
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