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Erfahrung
Erfahrung mit Kohäsionsmaßen
Erfahrung:15808
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Beschreibung der Erfahrung
Wie bei der Kopplung gibt es für die Messung von Kohäsion verschiedene Maße. Eine Möglichkeit besteht darin, die Aufgabe der betreffenden Einheit natürlichsprachlich zu beschreiben. Dabei muss sich die Beschreibung auf die Einheit beziehen, für welche die Kohäsion zu bestimmen ist, nicht auf seine Bestandteile. Je nach „Güte“ der Beschreibung lässt sich auf das Ausmaß an Kohäsion schließen:

  • Falls es nicht gelingt, die Aufgabe in einem Satz zu beschreiben, liegt wahrscheinlich zufällige Kohäsion vor.
  • Falls der Satz Verben enthält, denen kein spezifisches Objekt folgt (z.B. „Datei schreiben“), liegt wahrscheinlich logische Kohäsion vor
  • Falls der Satz Worte enthält, welche auf eine zeitliche Reihenfolge hinweisen (z.B. „danach“, „zuerst“), liegt wahrscheinlich sequenzielle Kohäsion vor
  • Falls es sich um einen zusammengesetzten Satz handelt oder mehrere Verben vorkommen, führt das Modul wahrscheinlich mehrere Funktionen aus (kommunikative oder sequenzielle Kohäsion).
Diese Methode ist leider nicht zur Automatisierung geeignet. Zu automatisch erfassbaren Maßen gelangt man, wenn man sich folgendes verdeutlicht: Einheiten werden optimalerweise so gebildet werden, dass sie alles (Funktionen und Daten) enthalten, die zur Bearbeitung einer Aufgabe notwendig sind. Die Definition eines Kohäsionsmaßes führt also über ein Ähnlichkeitsmaß zwischen den Bestandteilen der untersuchten Einheit. Dies kann beispielsweise über den Zugriff auf gemeinsame Daten gebildet werden. Beziehen sich alle Funktionen eines Moduls auf die gleichen Daten, ist es wahrscheinlich, dass die Funktionen logisch zusammenhängende Aufgabe bearbeiten und daher eine hohe Kohäsion besitzen. Zeigen sich hingegen Gruppierungen von Funktionen, die auf jeweils disjunkte Teilmengen der Gesamtdaten zugreifen, ist dies ein Indiz dafür, dass das Modul mit mehreren Verantwortlichkeiten ausgestattet wurde.

Leider scheint es wie bei Kopplungsmaßen kaum möglich, fixe Grenzwerte für bestimmte Kohäsionsmaße anzugeben, die einzuhalten sind. In der Literatur findet man häufig Aussagen der Art, dass je nach Maß besonders "große" oder "kleine" Messwerte verdächtig sind, es wird jedoch offengelassen, wo ein vernünftiger Grenzwert liegt (siehe z.B. Metriksuite nach Chidamber und Kemerer - Teil 1). Daraus lässt sich nur folgern, dass jeweils die Artefakte mit den extremen Messwerten in einem konkreten System näher inspiziert werden sollten (siehe auch: Vorgabe durch Relativierung im untersuchten System).
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