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Erfahrung
Erfahrung mit adaptiven Systemen - Teil 1
Erfahrung:16154
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Beschreibung der Erfahrung
Adaptive Systeme werden in unterschiedlichem Maße akzeptiert und genutzt. Wesentliche Akzeptanzmerkmale und einige Erfahrungen, die im Rahmen verschiedener Projekte gesammelt wurden, sollen nun beschrieben werden:

Vermittlung der Adaptivität in der Situation der Nutzung: In frühen Experimenten mit aufgabenbezogenen Adaptionsvorschlägen wurden systeminitiierte Adaptionen abgelehnt, wenn sie den Aufgabenfluss des Benutzers unterbrechen. Die Benutzer wollen die eigenen Vorgangs- weisen selbst steuern und verstehen können.

Eine modifizierte Fassung, bei der die Adaptionsvorschläge nebenläufig über einen Adaptionsanzeiger signalisiert wurden, der Benutzer aber frei war, ob und wann er darauf einging, wurde positiver beurteilt [Literatur Krogsæter, Oppermann, & Thomas 1994]. Die gleiche positive Erfahrung wurde bei einem adaptiven Führungssystem berichtet, bei dem das System persönliche Interessensprofile des Benutzers über die Objektdomäne mit entsprechenden Tourenvorschlägen bediente [Literatur Oppermann 2003], siehe auch [Literatur Baber 2003] und [Literatur Poslad et al. 2001].

Wahrnehmbarkeit der Adaptivität: In vielen adaptiven Systemen ist es für einen Benutzer schwierig festzustellen, welches Verhalten zu einer Adaption geführt hat und welches nicht. So war es für einige Besucher der Kunstausstellung mit der LISTEN Installation schwierig festzustellen, ob die Änderungen in der auditiven Umgebung aufgrund ihrer Bewegungen ausgelöst wurden oder Teil der Präsentation waren.

Manchmal reicht eine implizite Rückmeldung über einen Adaptionszustand, wenn z. B. in einem adaptiven Lernsystem Annotationen der Lerneinheiten aufgrund des individuellen Lernfortschritts erscheinen; nicht die Komposition der Lerneinheiten ändern sich, sondern lediglich die Hinweise auf bereits gelernte oder jetzt gerade zu bearbeitende Lerneinheiten, Übungen, Überprüfungstests etc.

Erklärbarkeit der Adaptivität: Eine weitere Bedingung ist die Erklärbarkeit und Begründbarkeit der Adaption für den Benutzer. Der Benutzer möchte nachvollziehen können, welche Adaptionsleistungen vollzogen werden und worauf die Entscheidung dazu basiert. Dadurch gewinnt der Benutzer Vertrauen und wird in die Lage versetzt, ungewünschte Adaptionsleistungen zu erkennen. In direktem Zusammenhang damit steht die Forderung nach Gestaltbarkeit von Adaptionen durch den Benutzer mit dem Wunsch der Steuerung: wie sie sich verhält und wie sie adressiert werden kann. Einfache Werkzeuge mit übersichtlichen Darstellungen und Definitionsparametern der Adaption helfen dem Benutzer, Sinn und Wirkung der Adaption zu verstehen.

Ein aktuelles Beispiel sind die Korrekturbalken unterhalb von Wortelementen, die in einem Textverarbeitungsprogramm automatisch korrigiert wurden. Beim Mouse-over erscheint ein Menü mit „Autokorrektur-Optionen“, die die Annahme oder Zurückweisung mit entsprechenden Defaultbelegungen erlauben.

Weiter mit: Erfahrung mit adaptiven Systemen - Teil 2

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