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 | |  |  | | Beschreibung der Erfahrung |  | Im Rahmen des Projektes Application2Web wurden bei dem mittelständischen Software- und Beratungshaus Bauer & Partner Software-Metriken zur Prozess- und Produktverbesserung auf Basis des Goal-Question-Metric Paradigmas (GQM) implementiert.
Dieser Bericht beschreibt allgemeine Erfahrungen mit der Methode. Die ausführliche Beschreibung der Ziele und Vorgehensweise ist im Rahmen von App2Web in einem Bericht dokumentiert worden (s.u.).
Aus dem Verbesserungsziel Minimierung der Fehlerrate des Produkts Top-Logic in der Produktion wurde das Messziel Charakterisiere die Qualität des Regressionstest für das Produkt Top-Logic aus Sicht des verantwortlichen Projektleiters abgeleitet.
Zu dem Messziel wurden mehrere Fragen formuliert und Indikatoren entworfen. Im Zuge der Definition der Metriken hat sich gezeigt, dass der Entwicklungprozess nicht eindeutig und vollständig definiert war, so dass in Abstimmung mit den Entwicklern der gelebte Prozess grafisch modelliert wurde. Diese Modellierung kam nicht nur der Messung zugute, sondern schaffte auch ein besseres gemeinsames Verständnis der Abläufe im Entwicklungsteam.
Für die Erfassung der Fehlerdaten wurden Papierformblätter entworfen, die eine einfache tabellarische Erfassung ermöglichten. Die Daten wurden zentral in eine einfache Access-Datenbank übertragen. In Bezug auf die Vollständigkeit war es für die Entwickler nicht immer einfach, sich an die Datenerfassung zu halten. Insbesondere in Zeiten hohen Termindrucks, wurde die Dokumentation der Fehler öfter einmal "vergessen".
Die Daten wurden in einem Zeitraum von rund 4 Monaten insgesamt dreimal ausgewertet und zweimal in Feedback-Sitzungen dem Projektteam präsentiert. Die meisten der erzielten Ergebnisse waren "wie erwartet" und stellten nichts Neues dar.
Trotzdem ergaben sich einige interessante Diskussionen in Bezug auf den Entwicklungsprozess und die Qualitätseigenschaften des Produkts.
Ergebnisse (Beispiele)
- Generell waren positive Effekte durch Regressionstests abzulesen.
- Der Anteil der Fehler, die auf Robustheit zurückgeführt wurde, wurde als unerwartet hoch angesehen. Gezielte Beachtung von Grenzfällen bei Code-Reviews wurde als Lösungsmöglichkeit genannt.
- Drei Maßnahmen wurden aufgrund der Messungen für eine Umsetzung empfohlen, z.B. die stärkere Nutzung von GUI-Regressionstests mittels HTTPUnit
Fazit
Eine Fortführung der Messungen mit Fokus auf die Bewertung der Leistungsfähigkeit des Entwicklungsprozesses und der Prozessverbesserung soll mittelfristig in das interne Trouble-Ticket-System zur Organisation der Fehlerbehebung integriert werden.
Die Anwendung des GQM-Ansatzes hat gezeigt, dass die Methode auch bei kleinen Entwicklungsteams effektiv eingesetzt werden kann. Der Aufwand für die Erfassung hielt sich in vertretbaren Grenzen, auch wenn hierüber keine konkreten Aussagen gemacht werden können.
Die Beschäftigung mit dem Entwicklungsprozess als solches war für viele Softwareentwickler neu. Die meisten Gedanken werden konkret auf das Produkt bezogen und es wird selten auf den Prozess abstrahiert. Die mit der Interpretation der Daten verbundenen Diskussionen haben Unklarheiten im Vorgehen aufgedeckt und zu einer klareren Vorgehensweise geführt. Diese Erfahrung hat gezeigt, dass ein abgestimmter gemeinsamer Prozess eine wichtige Grundvoraussetzung für Messungen im Bereich Softwareentwicklung ist. Hierzu muss das Vorgehen nicht umfassend dokumentiert sein. Eine einfache Darstellung hat im vorliegenden Fall vollkommen ausgereicht.
|  | | Studienobjekte |  | | Implementierungsprozess, Testprozess |  | | Studientypen |  | Fallstudie |  | | Statistische Angaben |  | |  |
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