Eintrag kommentierenErfahrung zum Thema berichtenEintrag bewerten
Dieser Eintrag wurde im Schnitt mit 0 von 5 Punkten bewertet
Verfahren
Weitere Unterscheidungskriterien für statische Analysen und Bezug zu Qualitätsbegriffen
Methode/Technik:20916
Externe Quellen zum Thema NEU: Externe Quellen zum Thema suchen 
Beschreibung
Statische Analysen können dahingehend unterschieden werden, ob sie die Beschreibung des zu analy-sierenden Systems interpretieren oder nicht.

  • Interpretierende Analysen dienen der Ableitung von Aussagen über das (erwartete) Verhalten oder die produzierten Daten, wenn die Software-Beschreibung oder eine Verfeinerung davon durch einen Rechner ausgeführt wird. Untersuchungsgegenstand ist hier nicht die Beschreibung an sich, sondern das beschriebene Verhalten.
  • Strukturelle Analysen dienen der Schaffung von Transparenz über die Beschreibung an sich, weil diese zu umfangreich oder zu konkret ist oder nicht die gewünschte Perspektive vermittelt. Solche Analysen sollen die Struktur des Systems aufdecken.
Strukturelle Analysen können weiter unterschieden werden hinsichtlich
Die Unterscheidung in interpretierende und strukturelle Analysen spiegelt zugleich den potenziellen Verwendungszweck der jeweiligen Analyseform in der Qualitätssicherung wider: interpretierende (und dynamische) Analysen dienen dazu, die Funktionalität der Software zu untersuchen und zu prüfen. Sie finden daher bei Maßnahmen Verwendung, welche die externe Qualität (siehe: Glossar Interne und externe Qualität) fokussieren.

Dagegen dienen strukturelle Analysen eher der Unterstützung des Software-Entwicklers, welcher sich mit Beschreibungen der Software auseinandersetzt. Sie werden daher bei Maßnahmen eingesetzt, welche die interne Qualität im Blickfeld haben (siehe: Glossar Interne und externe Qualität).

Löwe et. al machen in [Literatur LELP02 ] ebenfalls einen Versuch, die Vielzahl an Analyseformen zu klassifizieren. Sie unterscheiden sie zwischen grundlegenden („low level“) und höheren („high-level“) Analysen sowie zwischen Informationsarten, welche die Analysen generieren (struktureller Information, Laufzeitinformation sowie auf das Verhalten bezogene Information).

Eine Analyse heißt „grundlegend“, falls sie unmittelbar auf dem Quellcode ansetzt. Sie dient dem Zweck, die üblicherweise in Textform vorliegende Programmbeschreibung in ihre Bestandteile zu zerlegen und in eine Repräsentation zu überführen, die für weitere Analysen zugreifbar ist. Grundlegende Analysen sind in der Regel umkehrbar. Typische grundlegende Analysen sind die Lexikalische und syntaktische Analyse. Typische Darstellungsformen der Ergebnisse dieser Analysen sind abstrakte Syntaxbäume und Kontrollflussgraphen.

Eine Analyse heißt „höher“, falls sie darauf abzielt, eine Sichtweise zu erzeugen, die abstrakter als der Quellcode ist. Höhere Analysen setzen auf den Ergebnissen vorhergehender grundlegender Analysen auf. Sie verwerfen Informationen und sind daher in der Regel nicht umkehrbar. Typische Vertreter dieser Art sind die Struktursuche oder die (Re-)Modularisierungstechniken. Typische Darstellungsformen für Ergebnisse dieser Analysen sind grobgranulare System-Modelle oder UML-Diagramme.

Strukturelle Information bezieht sich auf den Aufbau einer Beschreibung von Software. Auf das Verhalten orientierte Information ist das Ergebnis von z.B. Datenflussbetrachtungen und gestattet genauere Schlussfolgerungen über tatsächliche Datentypen, Kontrollflüsse etc. Laufzeitinformation entsteht durch Beobachtung der Programmausführung.
Externe Quellen zum Thema NEU: Externe Quellen zum Thema suchen 
 Eintrag kommentieren 
 Eintrag bewerten 
 Erfahrung zum Thema berichten 
Zu dieser Seite wurden noch keine Kommentare oder Bewertungen abgegeben.
 
Zum Seitenanfang Top Drucken Impressum AGB
Home

VSEK ©2001-2012