Bei der Nutzung von Assets innerhalb einer Produktfamilienentwicklung sind drei Aspekte von besonderer Bedeutung die im Café Projekt untersucht wurden:
die optimale Auswahl und Konfiguration verfügbarer Assets zur Produktableitung
Zur Auswahl geeigneter Komponenten und -gruppen ist es notwendig, nicht nur die Syntax sondern auch die Semantik der Schnittstellen zu beschreiben, woraus sich Implementierungsinformation ableiten läßt. Darüberhinaus zeigen insbesondere Schnittstellen von Komponentengruppen spezifische Charakteristika. Die damit verbundene zusätzliche Semantik muß daher ebenfalls sichtbar gemacht werden, da sich daraus u.a. Zugriffsbeschränkungen, Regeln für den Änderungsprozess und Garantien zur Lebensdauer der Schnittstelle ergeben. Die Verwendung von Software-Konnektoren als Beschreibung der Interaktionsmuster zwischen Komponenten muß in die Schnittstellenbeschreibung eingebunden werden. Die Kriterien zur Auswahl von geeigneten Komponenten ergeben sich aus den geforderten Eigenschaften des Mitglieds einer Produktfamilie. Dabei besitzen die Performance-orientierten Auswahlkriterien eine besondere Bedeutung. Produktfamilienbasierte Software-Entwicklung zeichnet sich im hohen Maße durch die Wiederverwendung selbsterstellter oder käuflich erworbener Komponenten aus. Die Auswahl dieser Komponenten, COTS (Components Off The Shelf), wurde bisher zwar generisch, aber nicht in bezug auf Produktfamilien betrachtet.
die Beherrschung der Variantenvielfalt bei industriellen Produkten
Industrielle Erzeugnisse (vor allem Embedded Systems) zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie - bei überschaubarer Anzahl von Variationspunkten - eine hohe Anzahl von Varianten pro Variationspunkt besitzen. Damit spielt Konfigurationsmanagement, im Sinne der Ableitung und Verwaltung von Produktversionen und Produktvarianten und der Generierung von ausführbarer Software, eine entscheidende Rolle und erfordert eine konsequente und umfassende Werkzeug-Unterstützung. Aktuell erhältliche Entwicklungswerkzeuge sind allerdings meist nur für einen produktbezogenen Entwicklungsprozess ausgelegt; zum Beispiel fehlen ihnen geeignete Abstraktionsmechanismen. Einen Ansatzpunkt zur Werkzeugunterstützung bei Produktfamilien bietet das Asset Management, für das grundlegende Konzepte bereits innerhalb des ESAPS-Projekts erarbeitet wurden.
die Auswirkung von Änderungen auf den Entwicklungsprozess
Ein wichtiger Aspekt der Verfolgbarkeit betrifft Änderungen. Bisher wird die Auswirkung von Änderungen am Asset-Metamodell auf das Asset selbst kaum oder gar nicht berücksichtigt. Auch die Berechnung der Auswirkung von Änderungen der Assets untereinander ist meist sehr rudimentär und verbleibt auf der Ebene der Abhängigkeiten in bezug auf zeitliche Veränderungen. Inhaltliche Zusammenhänge zwischen den Assets und dadurch hervorgerufene Auswirkungen von Änderungen werden meist nicht betrachtet. Eine systematische Berechnung der Auswirkungen setzt eine Modellierung der Zusammenhänge auf der Metaebene voraus, was jedoch von den meisten Werkzeugen für Konfigurationsmanagement nicht unterstützt wird.
Eng damit verbunden sind die Fragestellungen nach der Werkzeugunterstützung und nach einer einheitlichen und hinreichend detaillierten Beschreibung der Assets und ihrer Beziehungen zueinander.
Weitere Informationen zu diesen drei Themengebieten finden Sie auf der Café-Webseite (externer Link):
Café, Arbeitspaket 3