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Verfahren
JWAM - Konkretes Vorgehen und Ergebnisse - Teil 2
Methode/Technik:23531
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Beschreibung
  • A6: Exploration
    Die erhobenen und in der Datenbank abgelegten Messwerte können in verschiedener Weise ausgewertet werden. Bevor gezielt nach Anomalien gefahndet wurde, machte sich der Bewerter mit dem System vertraut. Dazu zählt etwa, die Größe des Systems anhand von entsprechenden Metrik-Messwerten zu bestimmen oder besonders zentrale oder große Bestandteile zu identifizieren. In diesem Schritt waren Visualisierungen sehr hilfreich. Neben den üblichen Diagrammformen (Balkendiagramm, Verteilungsdiagramm) besteht die Möglichkeit, in einer 3D-Visualisierung Kopplungs- und Ähnlichkeitsdaten auszuwerten. Eine solche Visualisierung lässt etwa besonders enge Benutzungszusammenhänge oder zentrale Bestandteile hervortreten.

    Beispiel einer 3D-Visualisierung eines Software-Systems (Benutzungsrelationen zwischen Klassen)
    Beispiel einer 3D-Visualisierung eines Software-Systems (Benutzungsrelationen zwischen Klassen)



  • A7: Anomalien identifizieren
    Quellcodebestandteile, die extreme Messwerte aufweisen, könnten auf Qualitätsprobleme hinweisen. Alle von den Metrikwerten nahegelegten Anomalien werden als potenzielle Qualitätsprobleme dokumentiert, und es werden, ebenfalls von den Metrikwerten geleitet, Verbesserungsvorschläge formuliert. Die erstellten Berichte enthielten 55 (für Version 1.4) und 69 (für Version 1.5) Einschätzungen, also Qualitätsbeurteilungen und Verbesserungsvorschläge.


  • A8: Validierung
    Jede Einschätzung wurde von JWAM-Entwicklern einer der folgenden Kategorien zugeteilt: „sicher richtig“, „eher richtig“, „unklar“, „eher falsch“, „sicher falsch“. Die folgende Abbildung gibt die Verteilungen der Einschätzungen auf die Kategorien an. In beiden Durchläufen wurde bei weitem der Großteil der Einschätzungen als sicher richtig oder eher richtig gekennzeichnet.


    JWAMTreffer
    Trefferrate der Einschätzungen


    Für die als „sicher richtig“ und „eher richtig“ kategorisierten Einschätzungen wurden die Entwickler gebeten, die Neuartigkeit der Einschätzung zu kategorisieren. Dabei standen die Kategorien „völlig neu“, „grob bekannt“, „gut bekannt“ und (im zweiten Durchlauf) „bekannt aus erstem Durchlauf“ zur Verfügung. Die Ergebnisse sind der folgenden Abbildung zu entnehmen.


    JWAMNeuigkeit
    Neuigkeit der Einschätzungen


    Es wird deutlich, dass der weit überwiegende Anteil der Einschätzungen sich mit den Kenntnissen der Entwickler deckt, dass es aber auch einige Problempunkte gab, die neu waren, oder für welche die Messergebnisse ein willkommener Anlass sein können, einen bestehenden Verdacht zu konkretisieren und zu prüfen. Es bleibt zu erfragen, ob die JWAM-Entwickler auf Probleme hingewiesen haben, die das Werkzeug nicht entdeckt hat (falsch negative Fehler des Verfahrens). Hierzu fehlen Angaben im Validierungsbericht.


  • A9: Konsequenzen ableiten
    Es wurden zwei Arten von Konsequenzen abgeleitet. Die einen betreffen Veränderungen des vermessenen Quellcodes, die im Anschluss an die Validierung der Problempunkte priorisiert und durchgeführt werden müssen. Die anderen betreffen des Messprozess selbst. Im vorliegenden Fall wurden Erfahrungen aus dem ersten Durchlauf dazu benutzt, das Produktmodell und das Qualitätsmodell zu verbessern, indem für einen besonderen Satz von Metriken insbesondere Vererbungs- und Implementierungsbeziehungen aufgelöst wurden.


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