Während bei eingebetteten Systemen eine Übersetzung des Statechart in Code zumindest für Simulations-Zwecke üblich ist, hat sich in der objekt-orientierten Softwareentwicklung ein andere Verwendung durchgesetzt: In einer abstrakten Modellierung werden zunächst zahlreiche Freiheiten, z.B. die verwendete Kommunikationsform für „Teil A kommt“, offen gelassen. Die Darstellung ist meist nicht vollständig, im Beispiel wurde etwa auf Fehlerbehandlung sowie die Implementierung von Aktionen durch Methoden bewusst verzichtet. Diese Entscheidungen werden in einer späteren Phase bei der manuellen Übersetzung in Code getroffen. OO-Statecharts werden daher meist zur Darstellung essentieller Eigenschaften, nicht aber für alle Implementierungsdetails benutzt.
Ähnlich zu Sequenzdiagrammen ist somit auch die Interpretation von Statecharts in hohem Maße vom Anwendungsbereich und Verwendungszweck geprägt. Auch Statecharts unterstützen verschiedene Kommunikationsformen. In klassischen objekt-orientierten Systemen herrscht der Methodenaufruf vor; in verteilten, eingebetteten Systemen wird nachrichtenbasierte Kommunikation in verschiedenen Varianten verwendet. Üblich sind gepufferte als auch ungepufferte Kommunikationsmechanismen. Wesentlich für die Anwendung ist deshalb auch hier die Auswahl eines für das Zielsystem geeigneten Werkzeugs.