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Verfahren
UML 1.x Sequenz-Diagramme
Methode/Technik:2569
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Beschreibung
Sequenzdiagramme dienen zur exemplarischen Darstellung eines zeitlichen Programmablaufs. Ihr Fokus liegt auf der Interaktion von Objekten, ohne deren inneren Zustand zu beachten. Sequenzdiagramme sind eine Adaption der aus der Telekommunikations-Industrie bekannten MSCs. Das Grundgerüst des Sequenzdiagramms bilden die interagierenden Objekte, die wie im Objektdiagramm als rechteckige Kästen dargestellt werden, und die Lifeline für jedes Objekt, die das Voranschreiten von Zeit (nach unten) symbolisiert. Die Interaktion der Objekte wird durch Messages (Nachrichtenübermittlungen, als Pfeile dargestellt), und Aktivitätsblöcke modelliert.

bild7produktionsablauf

Das Sequenzdiagramm in der Abbildung beschreibt den Vorgang des Zusammenbaus eines AC-Produkts.Der dargestellte Produktionsablauf ist exemplarisch, weil eine unbeschränkte Anzahl alternativer Abläufe möglich ist. Zum Beispiel kann der Greifplatz gerade nicht besetzt sein, das Zusammenfügen zweier Teile fehlschlagen, oder ein anderes Produkt (BCD) montiert werden. Der Ablauf ist ausschnitthaft, denn er verbirgt z. B. die internen Abläufe im Lager, die parallel zur Montage notwendig sind, um den Greifplatz wieder zu besetzen. Er beschreibt auch nur einen kleinen zeitlichen Ausschnitt im gesamten Systemablauf, der sich beliebig wiederholen kann.

Aufgrund der expliziten Darstellung der Zeitachse eignen sich Sequenzdiagramme besonders, um zeitliche Reihenfolgen zu beschreiben. Die Lifeline hat allerdings nur qualitative Bedeutung. Für quantitative Zeitangaben sind in der Standard-UML einige – allerdings noch wenig ausgearbeitete – Annotationsformen vorgesehen. Sind Aktivitätsblöcke dargestellt, so zeigen sie an, dass ein Objekt in eine Aufgabe involviert ist. In implementierungsnahen Diagrammen kann so die Aufrufstruktur dargestellt werden. Eine synchrone Kommunikation, die auf Methodenaufrufen basiert und auch Rückgabewerte erlaubt (gestrichelter Pfeil), ist vor allem für sequentielle Systeme geeignet. In verteilten Systemen wird dagegen eine losere Kopplung durch asynchrone Nachrichtenübermittlung modelliert. Die Entscheidung über die Kommunikationsform kann im Modell zunächst auch zugunsten einer informelleren Beschreibung offen gelassen werden, wie im Beispiel für „Teil A kommt“. Dadurch werden verschiedene Abstraktionsstufen der Modellierung möglich, die auch gemischt werden können.

Ein weiteres Merkmal von Sequenzdiagrammen ist die Darstellung von Objekterzeugung (z.B. einer Baugruppe). Ebenfalls möglich, jedoch nicht in der Abbildung dargestellt, sind alternative Zweige und Iterationen. Die Benutzung dieser Mechanismen wird sehr schnell komplexer, so dass die Intuitivität der Sequenzdiagramme dadurch verloren geht. Es ist daher zu empfehlen, solche Mechanismen sparsam einzusetzen.

Sequenzdiagramme eignen sich im Entwurf hervorragend zur Visualisierung von einzelnen Szenarien wie den Standard-Abläufen eines Systems. Hilfreich sind Sequenzdiagramme aber auch zur Darstellung von Abläufen bereits existierender Systeme, beim Testen und beim Reengineering.

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