Die Subklassenrelation erlaubt die Bildung von Gruppen „ähnlicher“ Klassen. Dieses Konzept wird zum Beispiel in der Biologie zur Klassifikation von Tierarten oder hier zur Bildung von Materialgruppen verwendet. In der Implementierungsphase wird dieses Konzept auch zur Wiederverwendung von Funktionalität und Datenstrukturen eingesetzt. Die Oberklasse „Teil“ in der ersten Abbildung ist abstrakt: Sie dient nur zur Gruppierung der Teil-Objekte, wird aber selbst nicht instantiiert (analog: es gibt kein Tier, das zur Klasse Säuger, aber keiner Unterklasse gehört).
Ein Standardverfahren zur Modellierung von Teile-Ganzes Beziehungen wird verwendet, um zusammensetzte Produkte sowie Teilprodukte zu modellieren: Entsprechend dem Composite Pattern modelliert das Diagramm in der ersten Abbildung ein zusammengesetztes Teil („Baugruppe“) durch die Subklassenbeziehung selbst als Teil, so dass es für eine weitere Komposition mit anderen Teilen zur Verfügung steht. Dieses Datenmodell ist sehr flexibel und erlaubt, dass Änderungen wie die Erweiterung um neue Teile oder das Ersetzen eines Teils durch eine Baugruppe oft nur lokale Auswirkungen haben - einer der großen Vorteile echter objektorientierter Modellierung. In der heutigen, von Flexibilität und Wandlungsfähigkeit der Produktionsprozesse geprägten Welt ist es notwendig, die Software schon bei der Erstellung auf spätere Änderungen vorzubereiten. Gute Softwareentwicklung zeichnet sich durch einen Balanceakt zwischen Flexibilität, Erweiterbarkeit und Einfachheit des Entwurfs aus.
Das Klassendiagramme in der ersten Abbildung drückt weder aus, dass es zwei Lager gibt, noch das jedes Lager nur eine Sorte von Teilen verwaltet. Ersteres lässt sich durch ein Objektdiagramm darstellen, das in der zweiten Abbildung angegeben ist. Dabei wurde ausgenutzt, dass vom Standpunkt der Datenhaltung aus ein Förderband durch zwei Lager beschrieben werden kann.
Bis jetzt wurden Klassendiagramme nur zur Datenmodellierung verwendet. Die Modellierung der Akteure im Produktionsprozess - Roboter, Ortschalter, und Diskriminator - erfolgt in der dritten Abbildung. Das Interface Montageanleitung erlaubt es, zum jetzigen Zeitpunkt von der Implementierung von Montageanleitungen zu abstrahieren (nur die Schnittstelle wird definiert) und diese erst in späteren Entwicklungsschritten festzulegen.