Trotz umfangreicher Arbeiten auf dem Gebiet der Software-Produktvermessung, trotz einer Vielzahl existierender Werkzeuge und trotz der allgemein anerkannten Notwendigkeit, Qualitätsdefizite möglichst frühzeitig im Entwicklungsprozess mit geringem Aufwand aufzudecken, hat sich der Einsatz von Produktmaßen innerhalb der Softwareentwicklung noch nicht etabliert. Die Probleme, auf denen sich diese Diskrepanz zwischen Einsicht der Notwendigkeit und der tatsächlichen Anwendung möglicher Lösungen begründen, lassen sich wie folgt unterteilen [ Sim01]:
allgemeine Probleme der messbasierten Qualitätsanalyse, die prinzipiell bei jeder Einführung neuer Methoden und Werkzeuge innerhalb des Software Engineering auftreten können und
spezifische Probleme der messbasierten Qualitätsanalyse, die in den speziellen Eigenschaften von Softwaremaßen, deren Umsetzung und den anvisierten Zielen begründet sind.
Die Identifikation der ersten Problemklasse erlaubt es, bereits bekannte Problembereiche (und eventuell bereits dafür existierende Lösungen) für die Analyse der Probleme (und deren eventuelle Lösungen) beim Einsatz der Vermessung von Software-Produkten heranzuziehen. Der durch die Problembeschreibungen aufgespannte Bereich ist sehr weit gefasst und beinhaltet sowohl technische, organisatorische als auch psychologische Bereiche.
Die Beschreibung der zweiten Problemklasse zeigt die für die messbasierte Qualitätsanalyse spezifischen Probleme.