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Verfahren
Tailoring des RUP - Schritte 1 bis 4
Methode/Technik:28505
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Beschreibung
Wie auf der Seite Tailoring des RUP - Überblick beschrieben wurde, konzentrieren sich die ersten vier Schritte auf das Zurechtschneiden des RUP im Kern, ohne die daraus resultierenden Aktivitäten durchzuführen.

Schritt 1: Analysieren des Projekts

Als erstes muss Klarheit darüber bestehen, wie umfangreich das Tailoring des RUP zu sein hat. Deshalb steht das durchzuführende Projekt selbst im Fokus des ersten Schrittes. Es hat sich gezeigt, dass zu viele Formalien der Kreativität und Effizienz im Wege stehen. Zu wenige wiederum bewirken, dass Einzelne übergreifende Entscheidungen treffen, die zu Inkonsistenz und Ineffizienz führen. Dadurch entstehen unvorhersehbare Projektergebnisse.

Hier muss ein ausgewogenes Maß gefunden werden. Deshalb sind Faktoren zu berücksichtigen, wie:
  • Vorgaben des Unternehmens,
  • Projektgröße (z. B. anhand der Dauer in Kalendertagen oder Menge der verfügbaren Entwicklungsressourcen),
  • Erfahrung der Projektmitglieder mit vergleichbaren Prozessen oder
  • formale Anforderungen an das Projekt.
Sind bestimmte Bereiche des Projekts, wie Methoden / Vorgehensweisen für ein konkretes Problem in einer Phase oder einer Disziplin des RUP, im Unternehmen zu wenig abgedeckt, so sollte der RUP an diesen Stellen konzentrierter zum Einsatz kommen.

Schritt 2: Schwerpunkte festlegen

Da der RUP versucht, für möglichst jedes Softwareentwicklungsprojekt ein geeignetes Vorgehensweisen bereitzustellen, muss er für jedes konkrete Projekt angepasst werden. Was jedoch nicht benötigt wird, ist sehr stark von den Erfahrungen der Projektmitglieder und der Art des konkreten Projekts abhängig. Zur besseren Bewertung werden auch hier verschiedene Hinweise gegeben:
  • Bereiche des RUP, in denen die Projektmitglieder bereits gut eingespielt sind, können entfallen.
  • Bereiche des RUP, in denen bisher nicht durchgeführte Abläufe oder bisher nicht genutzte Werkzeuge zum Einsatz kommen sollen, sollten übernommen werden.
  • Bereiche des RUP übernehmen, in denen dafür geeignete Werkzeuge zum Einsatz kommen sollen.
  • Nicht zu viel Neues auf einmal übernehmen.
  • Bereiche, die besonders problematisch sind oder in denen die Projektmitglieder kein Wissen haben, sollten durch den RUP abgedeckt werden.
Ist es für die Nutzung des RUP notwendig sehr viele Bereiche zu übernehmen, mit denen bisher noch keine Erfahrungen gesammelt wurden, so sollte die Einführung des RUP über mehrere Projekte schrittweise erfolgen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Projekt scheitert.

Schritt 3: Erweitern des RUP (optional)

In diesem Schritt kann der RUP mit Hilfe von Plug-Ins erweitert werden. Dies kann notwendig werden, wenn der RUP für das Unternehmen in speziellen Situationen unzulänglich ist. Auf diesen Spezialfall wird jedoch nicht näher eingegangen.

Schritt 4: Anpassen des RUP

Dieser Schritt bezieht sich vorrangig auf das Zurechtschneiden der RUP-Dokumentation. Das Ergebnis dient dann als Richtlinie für die Durchführung des konkreten Projekts.
Um den RUP (die RUP-Dokumentation) anzupassen, müssen folgende Aktivitäten durchgeführt werden:
  • Auswahl der relevanten Komponenten,
  • Entfernen der nicht benötigten Komponenten,
  • Hinzufügen firmenspezifischer Prozesse und Ressourcen sowie
  • Erstellung der benötigten Sichten auf den RUP.
Diese keinesfalls trivialen Aufgaben müssen in Hinblick auf verschiedene Rahmenbedingungen betrachtet werden. Diese sind unter anderem:
  • die Projektgröße,
  • ddie benötigten Formalitäten,
  • die technologische Plattform und
  • das Themengebiet / die Domäne, in der das Projekt durchgeführt wird.
Als Hilfsmittel zum Durchführen dieses Schrittes wird zum Einen zu jedem Artefakt eine Aussage getroffen, wie diese zugeschnitten werden kann. Zum Anderen wird ein Werkzeug, der RUP-Builder, zur Verfügung gestellt. Er ermöglicht das Tailoring der RUP-Dokumentation, die dann als Website dargestellt werden kann. Mit diesem Programm können darüber hinaus rollenabhängige Ausschnitte des RUP (die Sichten) definiert werden, die dann über die zugeschnittene RUP-Website einsehbar sind.


Zu den Schritten 5 bis 7 im Tailoring des RUP
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