Verteilte Steuerungssysteme können auf verschiedenen Ebenen der Automatisierungspyramide auftreten. Sie orientieren sich dabei an einem festen, in den meisten Fällen gegebenen Architekturschema basierend auf einer Menge von Serviceerbringern und einer Menge von Servicenutzern. Die Servicenutzer haben üblicherweise die Aufgabe, einen vorgegebenen beliebig komplexen Prozess unter Nutzung der einzelnen angebotenen Services sicherzustellen. Dies erzeugt die untenstehende Zugriffstruktur.
Dabei haben naturgemäß die angebotenen und genutzten Services auf den einzelnen Ebenen der Automatisierungspyramide verschiedenartige Charakteristika.
Auf der untersten Ebene der Automatisierungspyramide, der Ebene der Feldsteuerungssysteme zur Ansteuerung der Maschinenphysik, werden üblicherweise sehr hardwarenahe Services angeboten. Diese beziehen sich auf die direkte Ansteuerung der Sensoren und Aktoren und zumeist hardwareabhängige Prozesse zur Nutzung der Maschinenphysik. Diese Services werden in den entsprechenden Architekturen zumeist als hardwarenahe und zumeist herstellerabhängige Funktionsbausteine (Kommunikationsinterfacebausteine, Deviceinterfacebausteine, Devicefunktionbausteine) in Steuerungsapplikationen integriert.
Die Nutzer dieser hardwarenahen Services kommen aus der Ebene der Feldsteuerungssysteme zur Ausführung von Fertigungsprozessen. Es sind zumeist hardware-unabhängige Fertigungsprozesse, die von einer Steuerungsentität (zumeist einem oder mehreren Steuerungsapplikationsbausteinen ausgeführt werden.
Auf der Ebene der Feldsteuerungssysteme zur Ausführung von Fertigungsprozessen werden die bereits erwähnten hardwareunabhängigen Fertigungsprozesse wiederum für die darüber liegende Ebene der Produktionsplanungs- und –steuerungssysteme als Services angeboten. Dies kann entweder durch einfache Modulprozesse wie in verteilten Materialflusssystemen oder durch so genannte Maschinenagenten in verteilten Auftragssteuerungssystemen erfolgen.
Nutzer der von der Ebene der Feldsteuerungssysteme zur Ausführung von Fertigungsprozessen angebotenen Prozesse auf der Ebene der Produktionsplanungs- und –steuerungssysteme sind analog zu denen von Serviceanbietern gestaltet. In verteilten Materialflusssystemen sind dies ebenfalls Transportmodule, jedoch fehlen hier deren Transportwegplanungsfunktionalitäten. Im Falle von Auftragssteuerungssystemen sind die Servicenutzer Fertigungsauftragsagenten, die für die Ausführung eines bestimmten Fertigungsauftrages verantwortlich sind (siehe „Verteilte Systeme zur Steuerung von Fertigungsaufträgen in komplexen hochvariablen Produktionssystemen“).
Die Produktionsplanungs- und –steuerungssystemebene kann selbst wieder Services für die ihr überlagerte Warenwirtschaftsebene anbieten. Dies kann ebenfalls durch Agenten erfolgen, die jedoch nun ganze Produktionssysteme als Serviceerbringer hinter sich haben (siehe „Verteilte Systeme zur Steuerung von Fertigungsaufträgen in komplexen hochvariablen Produktionssystemen“). Hier können dann von der Warenwirtschaftssystemebene Services zur Ausführung einzelner Fertigungsaufträge abgefragt werden.
Diese Servicestruktur des Anbietens und Abfragens von Produktionsservices lässt sich auch zudem noch auf der Ebene der Extended Enterprices wieder finden.