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Verfahren
Agiles Vorgehen mit Iterationen
Methode/Technik:30337
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Beschreibung
Die Software-Entwicklung beim Bundesamt für den Zivildienst zeigt, wie ein modernes und flexibles agiles Vorgehen auch im Kontext einer Bundesbehörde funktionieren kann.

Zur Überprüfung der im Rahmen des Migrationsprojektes neu entworfenen Architektur und des Bedienkonzeptes wurde eine neue Anwendung entwickelt. Die Entwicklung wurde in die Phasen Prototyp und Pilotsystem aufgeteilt. Während des Prototyping wurde eine erste Version der neuen Anwendung erstellt, mit Schwerpunkt auf der Bedienung und der Oberfläche, der grundlegenden Architektur und der optimalen Unterstützung der fachlichen Prozesse. Dieser Prototyp wird dann zum einsatzfähigen Pilotsystem ausgebaut, indem die Verbindung zur operativen Datenbank hergestellt, ein ausgefeilteres Benutzerkonzept mit Zugangskontrolle integriert und die fachlichen Prozesse des ausgewählten Bereiches vollständig unterstützt werden.

Als Domäne der Anwendung wurde ein Bereich ausgewählt, der mit großen Problemen mit der bestehenden Software zu kämpfen hat. Das terminalbasierte Altsystem schränkt die Benutzer z.B. durch restriktive Timeouts und nicht vollständige Umsetzung einer Druckfunktion ein. Die vom System erstellten Bescheide entsprechen nicht dem Behördenstandard. Weiterhin nimmt das System keinerlei Plausibilitätsprüfungen vor, was zu einer unnötigen Belastung der Sachbearbeiter durch Kontroll- und Nacharbeiten führt. Auf diese Weise konnten sowohl die oben angegebenen Ziele angegangen als auch ein sinnvoller Beitrag zur Anwendungslandschaft geleistet werden. Die Motivation der betroffenen Fachabteilung, an der Neugestaltung der Anwendung mitzuarbeiten, war dementsprechend groß.

Der Prototyp wurde in einem agilen, auf eXtreme Programming (XP) aufbauenden Prozess entwickelt. Die Entwicklungszeit wurde in Iterationen aufgeteilt. Jede Iteration dauerte etwa drei Wochen und begann mit einer Planungssitzung, in welcher die Entwickler zunächst den Stand der bisherigen Arbeit präsentierten. Danach nahm der Auftraggeber bereits erledigte Storys ab. Jede Iteration schloss mit einem neuen Release des Prototypen ab. Gemeinsam wurden neue zu realisierende Storys entworfen, von den Entwicklern im Aufwand geschätzt und von der Fachabteilung priorisiert.

Die Entwickler befanden sich zwischen den Planungssitzungen in engem persönlichen, telefonischen und eMail-Kontakt mit der Fachabteilung. Ab der dritten Iteration des Prototypen standen zudem zwei Kundenrechner zur Verfügung, auf denen die Fachabteilung die Anwendung schon frühzeitig erproben konnte. Diese permanente Rückkopplung wurde von allen Beteiligten sehr geschätzt.

Technisch wurden mit Java, Swing und dem JWAM-Rahmenwerk für Anwendungen nach dem Werkzeug und Material-Ansatz bewährte Standards eingesetzt. Das System wurde in regelmäßigen Abständen mit dem Sotographen, einem ausgefeilten Werkzeug zur Qualitätssicherung, geprüft, um eine gute innere Qualität der in Entwicklung befindlichen Software sicherzustellen. Zudem konnte bei diesen Überprüfungen auch die Einhaltung der vorgegebenen Architektur verifiziert werden.
Nach Abschluss des Prototypings folgte eine Phase der Auswertung, bei der die Zielerreichung und Verbesserungsmöglichkeiten im Prozess und bei der Anwendung ausführlich geprüft wurden. Das agile Vorgehen und das erreichte Ergebnis wurden von allen Beteiligten gerühmt. Momentan wird der Prototyp zum Pilotsystem ausgebaut.

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