Die Klassenmodellierung (vgl. UML-Klassendiagramme) einer Domäne beschreibt graphisch den statischen Aufbau der in dieser Domäne enthaltenen Klassen und deren Beziehungen.
Sie stellt somit die verfeinerte strukturelle Modellierung der Domaincharts dar und bildet - in Relation zur Anforderungsanalyse - das "Vokabular" der Domäne. Dies ist an vielen weiteren Stellen von zentraler Bedeutung (z.B. bei der Verhaltensmodellierung oder ggf. noch notwendigen Implementierung), daher sollte man sich umfassend mit den hier festgelegten Begriffen auseinandersetzen, um spätere sprachlich bedingte Uneindeutigkeiten zu vermeiden. Zudem sind in diesem Kontext Fragen der Begriffsbildung zu klären, die vergleichbar zu Coding Standards (z.B. Konstanten sind komplett gross geschrieben oder auch in welcher Reihenfolge (Verb, Objekt etc.) Operationen benannt werden sollen), das Wiederauf- und Zurechtfinden in den Klassen erheblich erleichtern können und somit letztendlich die Arbeit beschleunigen.
Abbildung 1 zeigt exemplarisch zwei Klassen und ihren Beziehungen aus der Domäne Einkaufswagen eines Onlinesupermarktes.
Abbildung1: Klassenmodell Onlinesupermarkt (bitte darauf klicken für eine vergrößerte Darstellung)
Das Interessante ist, dass sich diese Klassen, da sie eine abgeschlossene Domäne modellieren auch in weiteren Projekten einsetzbar sind, da momentan noch keine Abhängigkeiten zu anderen Domänen (z.B. funktionale oder auch bzgl. der technischen Realisierung) bestehen. Erst diese Trennung ermöglicht die Wiederverwendbarkeit der Modelle und sichert somit deren Langlebigkeit.