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Arbeitsmaterialien
Projektfortschrittskontrolle
Komponente:7230
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Beschreibung der Komponente
Bei der Analyse des Projektfortschritts steht die Frage nach dem jeweiligen Fertigstellungsgrad der durchzuführenden Entwicklungsarbeiten an zentraler Stelle.

Das Problem beim Ermitteln des Fertigstellungsgrades liegt im Fixieren des fertigen Arbeitsvolumens, dem Bestimmen also, was nun tatsächlich fertig ist. Allein das subjektive Beantworten durch die einzelnen Entwickler führt kaum zu brauchbaren Aussagen. Der Entwickler bewertet den erreichten Fertigstellungsgrad seiner Aufgaben oft zu hoch ("fast-schon-fertig-Syndrom").

Die Gründe für solche Fehleinschätzungen sind vielfältig:

  • Der Aufwand für die noch zu leistende Arbeit wird erheblich unterschätzt.
  • Der Anteil der bereits erbrachten Leistung wird überschätzt.
  • Schwierigkeiten in der Zukunft werden entweder nicht erkannt oder verharmlost.
  • Bereits eingetretene Planüberschreitungen werden verdrängt.
  • Drängen der Leitung beeinträchtigt die "Realitätstreue" der Entwickleraussagen.
Aus diesem Grunde sollte grundsätzlich ein Fertigstellungsgrad auf Basis der Werte "verbrauchter Aufwand" und "geschätzter Restaufwand" berechnet werden. Ein erfahrener Projektleiter fragt nicht nach dem Grad der Fertigstellung, sondern immer nach dem zu leistenden Restaufwand. Eine Formel für den Fertigstellungsgrad ist in folgender Abbildung dargestellt:

Abbildung: Fertigstellungsgrad

Für das Bestimmen des Fertigstellungsgrades eines Projekts und damit für die Kontrolle des Projektfortschritts gibt es mehrere Vorgehensweisen, die auch ihre Vor- und Nachteile haben:

  • Relativer Fertigstellungsgrad
  • Absoluter Fertigstellungsgrad
  • Prozessbezogener Fertigstellungsgrad
Wird der Fertigstellungsgrad eines Arbeitspaketes aus verbrauchtem Arbeitsvolumen (Avbr) und geschätztem Restaufwand (Arest) berechnet, so handelt es sich um einen relativen Fertigstellungsgrad.

Zum Bestimmen des absoluten Fertigstellungsgrades wird nicht mehr die "analoge" Fragestellung nach verbrauchtem Arbeitsvolumen (Avbr) und geschätztem Restaufwand (Arest) gestellt, sondern die "binäre" Fragestellung "fertig oder nicht fertig", bzw. "nicht-angefangen, angefangen, fertig" verwendet.

Ein prozessbezogener Fertigstellungsgrad wird nicht durch einen numerischen Wert für den Fertigstellungsgrad ausgedrückt, sondern durch eine prozessbezogene Aussage hinsichtlich der erreichten und offiziell abgenommenen Meilensteine. Grundlage bildet hier ein unternehmensweit standardisiertes Gerüst von Meilensteinen, die den Entwicklungsprozessen zugeordnet sind.

Grafische Darstellung

Das Balkendiagramm bietet sich für das grafische Darstellen des Fertigstellungsgrades einzelner Arbeitspakete an. Hier sind die einzelnen Balken für die Arbeitspakete gemäß ihres Fortschritts "geschwärzt". So erhält man an der aktuellen Tageslinie (Stichtag, Zeitlot) einen guten Überblick über den Projektfortschritt.

Abbildung: Balkendiagramm zum Projektfortschritt

Weitere Techniken zur Projektfortschrittskontrolle

In diesem Zusammenhang wird in weiteren Bausteinen die Meilenstein-Trendanalyse und Kontrollindizes vorgestellt. Diese Methoden können ebenfalls für die Ermittlung des Projektfortschritts genutzt werden.
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