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 | |  |  | | Beschreibung |  | Aus den Universitäten ergießt sich ein Strom von Büchern und Artikeln, die Medien bieten Inhalte, die umfangreicher und farbenfroher sind als jemals zuvor, und sogar Raumsonden liefern so viele Daten über das Universum, daß wir nicht wissen, was wir damit anfangen sollen. XML soll mithelfen, in all dieses Wissen ein System zu bringen.
Die ersten elektronischen Formate kümmerten sich mehr um die Beschreibung des Aussehens der Dinge (die Präsentation) als um die Struktur und den Sinn von Dokumenten. Herkömmliche Formatierungssprachen konnten gut dazu verwendet werden, Dokumente zu betrachten oder auszudrucken; aber es war schwierig Programme zu schreiben, die Informationen suchen, auf elektronischem Wege Querverweise anlegen oder Dokumente in verschiedenen Anwendungen wiederverwenden.
Mit der ”generischen Kodierung”, bei der statt der Formatierungscodes deskriptive Tags verwendet werden, konnte dieses Problem schließlich gelöst werden. Ein bedeutender Schritt in dieser Entwicklung war »
GML (Generalized Markup Language), ein IBM-Projekt, dessen geistige Väter Charles Goldfarb, Edward Mosher und Raymond Lorie waren. In dieser Auszeichnungssprache kodierte Dokumente konnten aufgrund ihrer inhaltsorientierten Tags von verschiedenen Programmen bearbeitet, formatiert und durchsucht werden. Im Laufe der 70er und 80er Jahre entstand auf dieser Basis der Standard SGML (Standard Generalized Markup Language) (ISO 8879:1986).
SGML begann durchzustarten und wurde im Verlagswesen und darüberhinaus (USA: Verteidigungsministerium und Bundessteuerbehörde) eingesetzt. SGML sollte ein flexibles und allumfassendes Kodierungsschema sein. Wie XML ist SGML im Grunde ein Werkzeug zur Entwicklung von spezialisierten Auszeichnungssprachen. Doch SGML ist wesentlich umfangreicher als XML, hat eine weniger strenge Syntax und jede Menge abstruser Parameter. Es ist so flexibel, daß die Software zu seiner Verarbeitung komplex und teuer ist. Die Nutzbarkeit von SGML ist daher auf große Organisationen beschränkt, die sich die Software und die Kosten für die Wartung der komplizierten SGML-Umgebungen leisten können.
Der Durchbruch für die generische Kodierung kam in den frühen 90er Jahren mit HTML (Hypertext Markup Language). HTML ist ein SGML-Dokumenttyp für Hypertext-Dokumente und es bereitete keine Probleme, für diese Auszeichnungssprache Software zu programmieren, und noch einfacher war es, Dokumente zu kodieren. HTML war jedoch in mancher Hinsicht ein Schritt rückwärts. Zur Erreichung der notwendigen Unkompliziertheit mußten einige Prinzipien der generischen Kodierung geopfert werden. Beispielsweise wurde für sämtliche Zwecke ein einziger Dokumenttyp benutzt und viele der Tags dienen ausschließlich Präsentationszwecken.
Viele in HTML kodierte Dokumente setzen heute so sehr auf reine Formatierung, daß sie nicht so ohne weiteres wiederverwendet werden können. Nichtsdestotrotz war HTML ein genialer Schritt für das Web und ein Quantensprung für Auszeichnungssprachen, denn plötzlich interessierte sich alle Welt für elektronische Dokumentation und Verknüpfung.
Um zu den Idealen der generischen Kodierung zurückzukehren, versuchten einige SGML an das Web oder auch das Web an SGML anzupassen. Dies erwies sich als schwierig. SGML war zu groß, um in einen kleinen Webbrowser zu passen. Es mußte eine kleinere Sprache her, in der der verallgemeinernde Charakter von SGML gewahrt blieb, und so wurde die sogenannte Extensible Markup Language (XML) geboren.
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