Lese-Szenarien sind ein wesentlicher Bestandteil des Perspektiven-basierten Lesens. Durch diese Szenarien wird der Inspektor genau angeleitet, was er in einem Dokument untersuchen soll, auf welche Qualitätsaspekte zu achten ist und vor allem, wie er bei der Inspektion des Dokuments vorgehen soll. Die Szenarien sind entsprechend der Perspektive formuliert, aus der ein Inspektor das Dokument untersuchen soll.
Ein Szenario besteht im Wesentlichen aus drei Teilen: Einer Einleitung, Instruktionen und Fragen:
In der Einleitung wird genau beschrieben, welche Perspektive der Inspektor annimmt und welche Qualitätskriterien aus dieser Sicht besonders relevant sind.
Mit Hilfe der Instruktionen wird beschrieben, wie der Inspektor das Dokument untersuchen soll, welche Dokumentteile von besonderem Interesse sind und welche Informationen aus dem Dokument gewonnen werden sollen. Während der Ausführung der Instruktionen wird der Inspektor bereits einige Fehler entdecken, die Motivation dieser Instruktionen ist allerdings eine andere:
Der Inspektor erhält ein solides Verständnis des Dokuments und ist somit in der Lage subtile Fehler zu entdecken.
Der Inspektor arbeitet aktiv mit dem Dokument und liest es nicht einfach nur durch (In einem konkreten Szenario soll ein Inspekto z.B. Testfälle aus einem Anforderungsdokument ableiten, wenn er die Perspektive Tester annimmt).
Die Aufmerksamkeit des Inspektors kann auf die wesentlichen Aspekte fokussiert werden.
Die Fragen unterstützen den Inspektor während der Ausführung der Tätigkeiten, vor allem aber nachdem er die Instruktionen ausgeführt hat, zu überprüfen, ob die Qualitätskriterien an das Dokument erfüllt sind.