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 | |  |  | | Beschreibung |  | Checklisten-basiertes Lesen ist eine von mehreren Lesetechniken für Inspektionen, zur Unterstützung der Inspektoren bei der Fehlersuche. Grundlage dieser Lesetechnik bildet eine Checkliste, die aus einer Menge von Fragen besteht. Diese Fragen geben dem Inspektor (vgl. Sie hierzu Rollen im Inspektionsprozess) Hinweise darauf, „was“ er in einem Dokument inspizieren soll.
Checklisten haben große Vorteile gegenüber dem Ad-hoc Lesen (vgl. Lesetechniken für Inspektionen), da sie den Inspektor anleiten, auf welche Aspekte in einem Dokument zu achten ist. Natürlich hat ein erfahrener Inspektor seine eigene "Checkliste" im Kopf nach der er oder sie ein Dokument inspiziert. Das Problem liegt darin, dass dieses Wissen explizit gemacht werden muss, um auch unerfahreneren Inspektoren zu ermöglichen gezielt Fehler zu finden und eine effiziente Inspektion durchzuführen.
Es gibt keine allgemeinen Checklisten, die für jedes Dokument und jede Umgebung anwendbar sind. Eine Checkliste muss stets an das aktuelle Projekt und an die Entwicklungsumgebung angepasst werden. Eine Checkliste sollte nicht zu lang sein, da ansonsten die Inspektoren überfordert sind und die einzelnen Fragen nicht gründlich genug bearbeiten können. Für verschiedene Dokumente, die zu inspizieren sind, sollten ebenfalls verschiedene Checklisten verwendet werden, die an die Charakteristika der Dokumente angepasst sind. Ferner sollte eine Checkliste nicht größerer als eine Din-A4 Seite sein (nicht mehr als 12 Fragen). Der Fokus der Checklistenfragen sollte das Finden von kritischen Fehlern, sog. „Major Defects“, sein. Weiter ist es von großer Wichtigkeit die Checkliste stets aktuell zu halten, d.h. aus durchgeführten Inspektionen zu lernen und die Checkliste um Fragen ergänzen, die helfen die Fehler zu entdecken, die in früheren Inspektionen übersehen wurden.
Zur Erstellung einer Checkliste ist es empfehlenswert, dass sich erfahrene Personen aus dem Projekt zusammensetzten und eine initiale Checkliste erarbeiten. Hinweise auf mögliche Checklistenfragen geben:
- Erfahrungen der Personen bzgl. Domänen, des Produktes, etc.
- Qualitätsanforderungen (Korrektheit, Eindeutigkeit, Vollständigkeit, etc.),
- Guidelines zur Erstellung von Dokumenten
- Erfahrungen über Fehler die in anderen Inspektionen entdeckt wurden
Eine andere Möglichkeit ist bereits existierende Checklisten als Startpunkt für die eigene Checkliste zu verwenden. In einem solchen Fall ist es allerdings unbedingt nötig, die Checklisten an das eigene Firmen- und Projektumfeld anzupassen.
Einige initialen Checklisten können im Internet und in den Literaturangaben (siehe rechts) gefunden werden. Beispielhaft seien hier einige Links angegeben:
In mehreren Experimenten wurde nachgewiesen, dass Szenario-basiertes Lesen Vorteile bzgl. Effektivität und Effizienz einer Inspektion bringen kann. Vergleichen Sie hierzu die auf der rechten Seite erwähnten Erfahrungen und die Informationen zum Perspektiven-basierten Lesen.
Allerdings bieten Checklisten einen ersten guten Einstieg, d.h. Checklisten bieten sich vorallem dann an, wenn bisher noch keine Inspektionen in einem Unternehmen duchgeführt wurden, da sie zunächst einfacher zu instantiieren sind. Möchte man nachhaltig gute und planbare Inspektionsergebnisse erreichen, sollte man Schritt für Schritt auf Perspektiven-basiertes Lesen umsteigen. |  |
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